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Der Direktvertrieb ist eine lebendige Branche, die eine ordnende Hand braucht!
Netcoo im Gespräch mit Erwin Stuprich, dem Obmann des Bundesgremiums Direktvertrieb in der Wirtschaftskammer Österreich.
Ist der österreichische Direktvertriebsmarkt mit dem deutschen vergleichbar?
ES: Abgesehen natürlich von der Größe ist Österreich durchaus mit dem großen Nachbarn vergleichbar. Großteils sind die selben Unternehmen präsent, wer in Deutschland erfolgreich ist, ist es üblicherweise auch in Österreich. Wie der deutsche, so ist auch der österreichische Markt ausbaufähig. Angesichts der Ausdünnung der Nahversorgung, der Vielzahl neuer Produkte, der Hürden für eine Listung im Einzelhandel bieten sich noch genug Wachstumschancen im Direktvertrieb.
Sind besondere Spielregeln beim Markteintritt in Österreich zu beachten?
ES: Ja, im positiven wie im negativen Sinn. Ein deutsches Direktvertriebsunternehmen braucht keinen Sitz in Österreich, um dort ein Direktvertriebssystem aufzubauen, aber es sollte die Spielregeln kennen und beachten. Manche Unternehmen agieren mit angestellten, die meisten mit selbständigen Beratern. Die Mehrheit der selbständigen Berater arbeitet nebenberuflich im Direktvertrieb und in MLM-Systemen. Nach österreichischen Recht muss jeder selbständige Berater eine Gewerbeberechtigung erwerben und Mitglied in der Wirtschaftskammer sein.
Das klingt nach Bürokratie.
ES: Im Gegenteil, es erleichtert sogar die Arbeit der Berater. Die Unternehmensgründung im Direktvertrieb kostet nichts, auch wird keine Befähigung verlangt. Die Mitgliedschaft in der Wirtschaftskammer kostet – regional leicht unterschiedlich – 90 Euro pro Jahr. Dafür gibt es eine Rundumbetreuung durch die Gremien Direktvertrieb, die in allen Bundesländern präsent sind. Wir helfen in allen Rechtsfragen, insbesondere bei der Gründung, bei Problemen mit Behörden, informieren laufend in unserer Zeitschrift und bieten attraktive Produkte für unsere Mitglieder wie die Golden Card, Folder für Kunden, Visitenkarten etc. Als Vertretung der Berater sind wir übrigens einzigartig in Europa.
Zudem setzen wir uns mit Erfolg für bessere Rahmenbedingen ein. So haben wir erreicht, dass Berater mit weniger als 4.094 Euro Reingewinn pro Jahr keine Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Es fällt hier nur der Unfallversicherungsbeitrag von 89,76 Euro pro Jahr an. Die jährlichen Fixkosten für den Berater sind somit etwa 180 Euro pro Jahr.
Wirken diese Maßnahmen?
ES: Ja, indem wir quasi eine „goldene Brücke“ in die Selbständigkeit gebaut haben, verdoppelte sich die Anzahl der Mitglieder im Bundesgremium Direktvertrieb auf über 18.000. Im Sinne unserer Mitglieder, die die Spielregeln einhalten, wollen wir diese auch überall durchsetzen. Dazu zählen nun einmal die Gewerbeberechtigung, Werbung, die hält, was sie verspricht, Zurückhaltung bei sensiblen Produkten, etc.
Das klingt so, als ob es viele schwarze Schafe gäbe.
ES: Immer weniger. Der Direktvertrieb ist eine lebendige Branche, die eine ordnende Hand braucht. Indem wir Ordnung schaffen, verbessern wir auch das Image. Hier haben wir viel erreicht, wir sind eine angesehene Branche in der Wirtschaftskammer Österreich.
Alle Informationen zum österreichischen Markt auf www.derdirektvertrieb.at
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